Cannabis und Corona: CBD in der Behandlung

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Wichtigste Erkenntnisse

8 Minuten Lesezeit
  • Die Cannabinoide CBDA und CBGA können das Eindringen des SARS-CoV-2-Virus in die menschlichen Zellen verhindern.
  • Neuere Studienergebnisse zeigen, dass die Cannabinoide CBG und CBL antivirale Effekte haben.
  • CBD könnte bei der Behandlung von COVID-19 und dem Post-COVID-Syndrom unterstützen.
  • Cannabinoide und medizinisches Cannabis haben oft weniger Nebenwirkungen und werden besser vertragen als klassische COVID-Medikamente.
  • Cannabinoide können auch ergänzend zur Impfung sinnvoll eingesetzt werden.

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Drei Jahre lang hielt die Corona-Pandemie die Welt in Atem. Die hochansteckende Atemwegserkrankung COVID-19 (Coronavirus-Krankheit-2019) wird durch das SARS-CoV-2-Virus ausgelöst. Je nach Patient erleben die Betroffenen leichte Erkältungssymptome, leiden unter schweren Verläufen mit Folgeschäden oder versterben sogar. Letzteres kam gerade in den frühen Jahren der Pandemie häufig vor. Noch heute haben viele Leute mit dem Post-COVID-Syndrom zu kämpfen, bei dem Folgeschäden der Krankheit, wie Fatigue oder Störungen der geistigen Leistung, die Lebensqualität erheblich einschränken.

Auf der Suche nach effektiven Behandlungsmöglichkeiten haben Ärzte und Forscher über die Jahre hinweg zahlreiche Dinge ausprobiert, von Impfungen bis hin zu antiviralen Medikamenten. Auch ein überraschendes Mittel hat in Forscherkreisen Aufmerksamkeit erregt: Cannabis und seine Wirkstoffe, die Cannabinoide. In diesem Artikel zeigen wir dir, welche Rolle Cannabis in der COVID-19-Forschung spielt. Wir schauen uns an, wie bestimmte Cannabinoide dazu beitragen können, die Virusausbreitung zu hemmen und Symptome zu lindern und wie gut sich Cannabinoide im Vergleich zu herkömmlichen Medikamenten zur Behandlung von Corona-Infektionen eignen.

Wie wirken die Cannabis-Inhaltsstoffe gegen das SARS-CoV-2 Virus?

Die Cannabispflanze enthält mehr als 100 aktive Wirkstoffe, die so genannten Cannabinoide. Zwei davon – Cannabidiolsäure (CBDA) und Cannabigerolsäure (CBGA) – sorgten im Januar 2022 für Aufsehen, als eine Studie der Oregon State University und der Oregon Health & Science University im „Journal of Natural Products“ veröffentlicht wurde.[1] In der von Richard van Breemen geleiteten Studie konnten die Forscher im Labor zeigen, dass sich diese beiden Cannabinoide an das Spike-Protein des Virus binden und somit den Eintritt in menschliche Zellen verhindern können. Dieses Ergebnis war sensationell, denn:

  • das Spike-Protein ist der Teil des Virus, der sich mit den menschlichen Zellen verbindet und die Infektion auslöst.
  • dadurch, dass sich CBDA und CBGA an das Protein binden, kann es nicht mehr an die menschlichen Zellen andocken. So wird der erste Schritt der Infektion verhindert.

Die Forscher konnten diesen Effekt sowohl bei der Alpha- als auch der Beta-Variante des Coronavirus nachweisen. Ob sich dieser Effekt auch bei weiteren COVID-Varianten wie Omikron zeigen würde, blieb offen. Nach der Laborstudie wären weitere klinische Untersuchungen nötig gewesen, um die tatsächliche Wirksamkeit der beiden Cannabinoide zu belegen. Außerdem wiesen die Forscher darauf hin, dass eine Behandlung mit CBDA und CBGA bei COVID-19 nur in Kombination mit einer Impfung hilfreich sein könne.

Neuere Studien zeigen eine antivirale Wirkung der Cannabinoide Cannabigerol (CBG) und Cannabicyclol (CBL)

Neuere Studien widmen sich dem Potenzial weiterer Cannabinoide. Erst 2024 ist eine Studie erschienen, in der untersucht wurde, ob die Cannabinoide Cannabigerol (CBG) und Cannabicyclol (CBL) antiviral gegen SARS-CoV-2 wirken könnten.[2] Im Labor konnten die Forscher tatsächlich für beide Cannabinoide eine antivirale Wirkung feststellen. Im Versuch verhinderten CBG und CBL, dass das Virus mit der Zellmembran verschmelzen konnte. Dieser Effekt stellte sich schon bei geringen Dosen der Cannabinoide ein und ist auch deswegen interessant, weil er:

  • eine zusätzliche Wirkweise zur Bindung an das Spike-Protein darstellt.
  • die Infektion zu einem späteren Schritt verhindert.

Patienten, die neben Impfungen und weiteren Maßnahmen zusätzlich mit Cannabis behandelt würden, könnten also im besten Fall gleich auf mehreren Ebenen von der Wirkung der Cannabinoide profitieren. Allerdings muss auch im Fall von CBG und CBL die Wirkung im menschlichen Körper erst noch in klinischen Studien bestätigt werden.

Alleskönner CBD? Wie das Cannabinoid bei der Behandlung von COVID-19 und Post-COVID helfen kann

Cannabidiol (CBD) ist wohl neben THC das bekannteste Cannabinoid der Hanfpflanze. Es wird in der Medizin, aber auch von Privatleuten schon länger angewendet und ist inzwischen in Deutschland sogar freiverkäuflich. Nutzer schätzen den Wirkstoff, der in verschiedenen Cannabis Sativa Varianten vorkommt, vor allem für sein entzündungshemmende Eigenschaft. Jetzt deuten Studien daraufhin, dass auch Patienten mit COVID-19 und Post-COVID von einer begleitenden Behandlung mit CBD profitieren könnten.

Eine Studie aus 2024 hat zum Beispiel untersucht, wie CBD zusammen mit anderen Inhaltstoffen der Cannabispflanze, konkret den Terpenen, gegen Coronaviren und Grippeviren wirkt.[3] Im Versuch bestätigte sich, dass die Stoffe Entzündungen hemmen und Viren bekämpfen. Die Wirkung wurde sogar noch verstärkt, wenn CBD zusammen mit den Terpenen eingesetzt wurde.

In einer Übersichtsarbeit aus 2024[4], die im International Journal of Molecular Sciences veröffentlicht wurde, konnten die Forscher durch die Auswertung von 166 Quellen zeigen, dass Cannabis bei der Behandlung von Nervenentzündungen (Neuroinflammationen) bei Patienten mit dem Post-COVID-Syndrom (PCC) helfen könnte. Die antioxidativen Eigenschaften von CBD könnten zudem dazu beitragen, Beschwerden wie Müdigkeit und Konzentrationsprobleme zu lindern, die in Zusammenhang mit Long- und Post-COVID auftreten.

Da medizinisches Cannabis mit CBD schon in anderen Bereichen der Medizin erfolgreich eingesetzt werden und eine gute Wirksamkeit gegen Symptome wie Schmerzen oder Schlafstörungen zeigen, die auch beim Post-COVID-Syndrom auftreten, könnten sie auch COVID-Patienten beim Management ihrer Symptome helfen. Zudem Ergebnis kommt auch eine Übersichtsarbeit aus 2023[5]. Die Forscher empfehlen jedoch auch, die Wirkung von CBD bei Coronakranken und Long-/Post-COVID-Patienten noch intensiver zu untersuchen.

Cannabinoide vs. traditionelle COVID-19-Medikamente

Da es auch viele traditionelle Behandlungsmöglichkeiten für COVID-19-Patienten gibt, stellt sich die Frage, warum sie sich ergänzend für eine Behandlung mit Cannabinoiden entscheiden sollten. Vergleicht man medizinisches Cannabis und die Behandlung mit Cannabinoiden direkt mit traditionellen Methoden wie antiviralen Medikamenten und Kortikosteroiden, zeigt sich, dass Cannabinoide durchaus eine valide Behandlungsoption darstellen.

MerkmalCBDA & CBGACBD (Cannabidiol)Antivirale Medikamente (z.B. Remdesivir)Kortikosteroide (.z.B. Dexamethason)
Psychoaktive EffekteNicht psychoaktiv (machen nicht high)Nicht psychoaktivNicht psychoaktivNicht psychoaktiv
WirkungBlockieren das Spike-Protein des Virus und verhindern so das Eindringen in die ZellenSind entzündungshemmend und immunmodulierendVerhindern die Vermehrung des Virus im KörperReduzieren Entzündungen, insbesondere in der Lunge
NebenwirkungenGut verträglich, die meisten Nebenwirkungen sind mild und vorrübergehendGut verträglich, aber vereinzelt können Müdigkeit, Durchfall oder Appetitveränderungen auftretenZum Teil schwerwiegende Nebenwirkungen wie Leberschäden oder niedriger BlutdruckMögliche Nebenwirkungen sind erhöhter Blutzucker, erhöhter Blutdruck und psychische Veränderungen
VerfügbarkeitNatürliche Extrakte aus den PflanzenWeit verbreitet und in verschiedenen Formen (Kapseln, Öle, Nahrungsergänzungsmittel) erhältlichVerschreibungspflichtige MedikamenteVerschreibungspflichtige Medikamente
ForschungsstandVielversprechende Laborstudien, die durch klinische Studien noch bestätigt werden müssenUmfangreiche Forschungsergebnisse bestätigen die entzündungshemmenden und immunmodulierenden EigenschaftenUmfangreiche klinische StudienKlinische Studien zeigten, dass sie die Sterblichkeit bei schweren COVID-19-Fällen senkten
Potenzial für ResistenzKeine Resistenzbildung bekanntKeine Resistenzbildung bekanntResistenzbildung möglichKeine Resistenzbildung bekannt



Besonders wegen ihrer leichten Verfügbarkeit, den verschiedenen Wirkungen und dem geringen Risiko für Nebenwirkungen und Resistenzen könnten Cannabinoide eine gute Ergänzung zur Behandlung von COVID-19 mit Impfungen und traditionellen Medikamenten sein.

Risiken und Nebenwirkungen der Therapie mit Cannabinoiden bei COVID-19

Auch wenn Cannabinoide viele Vorzüge in der Therapie von COVID-19 haben, haben sie, wie jedes Medikament, auch ein paar Nebenwirkungen. Besonders in Kombination mit anderen Medikamenten könnte es zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen. Bekannt ist etwa, dass CBD die Wirkung von Blutverdünnern wie Warfarin verstärkt und somit auch das Blutungsrisiko erhöht. Zum Glück gibt es mit der CANNabinoid Drug Interaction Review (CANN-DIR®)des PennState Colleges of Medicine eine Online-Datenbank, in der Mediziner, aber auch Patienten, in vielen Sprachen etwaige Wechselwirkungen von Cannabisarzneimitteln mit anderen Medikamenten nachschlagen können.

Häufige Nebenwirkungen von CBD sind zudem:

  • Müdigkeit und Sedierung
  • Stimmungsveränderungen wie Reizbarkeit oder Unruhe
  • Appetitveränderungen
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall

Cannabinoide und Impfungen: Eine sinnvolle Kombination in der Behandlung von Corona?

Nach den bisherigen Erkenntnissen könnten Cannabinoide eine gute Ergänzungen zu COVID-Impfungen darstellen, da sie die Infektion auf weiteren Wegen bekämpfen. So verhindern etwa CBDA und CBGA den ersten Schritt der Infektion, das Andocken des Spike-Protein des Virus an die menschliche Zelle, während CBL und CBG im späteren Verlauf der Infektion das Virus davon abhalten, mit der Zellmembran zu verschmerzen. Außerdem können Cannabinoide die Impfung auf folgende Weise unterstützen:

  • Reaktion des Immunsystems fördern: Cannabinoide haben auch eine immunmodulierende Wirkung. Das heißt, sie stimulieren das Immunsystem und sorgen dafür, dass es besser auf den Impfstoff reagiert. Außerdem können sie Entzündungen regulieren und so dazu beitragen, dass der Körper nach der Impfung eine schnellere Immunität aufbaut.
  • Impfsymptome lindern: Impfungen können manchmal auch unangenehme Nebenwirkungen wie Fieber, Schmerzen oder Müdigkeit haben. Cannabinoide wie CBD lindern solche Symptome, so dass man nach der Impfung schnell wieder fit ist.

Patienten könnten also davon profitieren, Cannabinoide parallel zur Impfung einzunehmen. So könnte der Schutz vor der Infektion verbessert werden und Patienten würden weniger unter Impfnebenwirkungen leiden. Allerdings sind noch weitere klinische Studien nötig, um endgültig die positive Wirkung von Cannabinoiden für die Corona-Impfung belegen zu können.

Schlussfolgerung: Neue Möglichkeiten in der COVID-19-Forschung

Die bisherigen Forschungsergebnisse zur Wirkung von Cannabinoiden gegen das SARS-CoV-2-Virus sind vielversprechend. Cannabinoide könnten die Impfungen und auch die klassischen Behandlungsansätze ergänzen und zu mehr Wohlbefinden der Patienten beitragen.

Allerdings konnten die Interaktionen von Cannabinoiden und dem Coronavirus bisher nur in Laborstudien nachgewiesen werden. Klinische Studien, die die Effekte im menschlichen Körper abschließend bestätigen, stehen noch aus.

Die Forschungen rund um Cannabis und Corona sollten aber unbedingt fortgeführt werden, da sie die Möglichkeit zu einer ganzheitlichen Behandlung der Krankheit eröffnen, von der die Patienten nur profitieren können.

Quellen:

[1] van Breemen, R.B. et al. (2022) “Cannabinoids block cellular entry of SARS-CoV-2 and the emerging variants,” Journal of natural products, 85(1), pp. 176–184. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1021/acs.jnatprod.1c00946.

[2] Classen, N. et al. (2024) “Cannabigerol and cannabicyclol block SARS-CoV-2 cell fusion,” Planta medica, 90(9), pp. 717–725. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1055/a-2320-8822.

[3] Chatow, L. et al. (2024) “Terpenes and cannabidiol against human corona and influenza viruses-Anti-inflammatory and antiviral in vitro evaluation,” Biotechnology reports (Amsterdam, Netherlands), 41(e00829), p. e00829. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1016/j.btre.2024.e00829.

[4] Cárdenas-Rodríguez, N. et al. (2024) “Possible role of cannabis in the management of neuroinflammation in patients with post-COVID condition,” International journal of molecular sciences, 25(7). Verfügbar unter: https://doi.org/10.3390/ijms25073805.

[5] Thurgur, Hannah/Anne Katrin Schlag/Elizabeth Iveson/Adele Hosseini/Michael Lynskey/David J. Nutt (2023): Cannabis-based medicinal products (CBMPs) for the treatment of Long COVID symptoms: current and potential applications, in: Exploration of Medicine, pp. 487–503, Verfügbar unter: https://doi.org/10.37349/emed.2023.00158.

FAQ

Kann Cannabis COVID-19 heilen?

Nein, Cannabis kann COVID-19 nicht heilen. In Laborstudien konnten einige Cannabinoide das SARS-CoV-2-Virus zwar blockieren, aber sie konnten die Infektion nicht vollständig verhindern. Cannabis und Cannabinoide können daher Impfungen und die reguläre Behandlung nie vollständig ersetzen.

Ist es sicher, Cannabinoide parallel zur Impfung einzunehmen?

Ja, im Allgemeinen ist es sicher, Cannabinoide parallel zur Impfung einzunehmen. Von Medizinern werden in der Regel nur CBD-Produkte empfohlen, die keine psychoaktive Wirkung haben. Lass dich im Rahmen deiner COVID-19-Behandlung aber auf jeden Fall von medizinischem Fachpersonal beraten, ehe du Cannabis-Medikamente auf eigene Faust einnimmst.

Welche anderen Vorteile bietet Cannabis?

Das medizinische Potenzial von Cannabis wurde schon in einigen Studien untersucht und bewiesen. Gerade im Kontext von Corona könnte es helfen, zum Beispiel Impfsymptome zu lindern.

Profilbild

Justin Hartfield eine bekannte Größe der Cannabis-Szene. Als Mitbegründer von WeedMaps im Jahr 2008 hat er im Bereich Cannabis in Amerika bereits Geschichte geschrieben und hat sich nun das Ziel gesetzt, Cannabis auch in Deutschland und Europa sicherer zugänglich zu machen.

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